Frequently Asked Questions · Häufig gestellte Fragen
Ist eine Psychotherapie das Richtige für mich?
„Eigentlich geht es schon noch“, denken Sie? „Vielleicht ist es gar nicht so schlimm“, sagt Ihre innere Stimme? Damit sind Sie nicht allein. Wir alle neigen dazu, unser Empfinden zu relativieren – oft, um den vertrauten Ist-Zustand nicht zu verlassen, denn jede Veränderung, auch hin zu mehr Gesundheit, kostet zunächst Kraft. Und: Der Gedanke an eine Psychotherapie kann Angst machen. Schließlich ist sie eine Reise zu sich selbst und damit an Orte, die vielleicht beängstigend sind, weil man sie noch nicht kennt.
Tatsächlich kann es aber entlastend sein, gemeinsam in der Psychotherapie herauszufinden, wie sich schwierige Verhaltensmuster, z. B. Selbstvorwürfe, Schlafstörungen, Essanfälle, Grübeln, zwanghafte Handlungen, Selbstschädigung, Isolation etc., und emotionale Ausnahmezustände wie soziale Angst, anhaltende Niedergeschlagenheit, nicht enden wollende Trauer, übermäßige Sorgen uvm., “psycho-logisch” erklären lassen.
Übrigens: Eine Psychotherapie ist keine Gehirnwäsche; Sie dürfen jede gemeinsam gewonnene Erkenntnis sorgsam prüfen und gegebenenfalls wieder verwerfen. Es geht darum, sich selbst besser kennenzulernen und neu auszuprobieren.
Welche Anforderungen sollte ich für eine Psychotherapie erfüllen?
Psychotherapie ist keine Behandlung wie eine Massage oder Operation. Entwickeln können wir uns nur, wenn wir selbst teilnehmen und uns engagieren. Voraussetzung für eine Psychotherapie ist demnach, wirklich etwas an seinem Leben ändern zu wollen und dafür auch Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet, dass Sie bereit sein sollten, dranzubleiben, auch, wenn es einmal schwierig oder mühsam wird. Sie sollten neugierig auf Ihr Innenleben sein und sich auch auf unangenehme Gefühle einlassen. Wenn wir problematische Tatsachen oder Gefühle bewusster erleben, kann sich das subjektive Befinden kurzzeitig verschlechtern. Diese Etappe ist manchmal notwendig, um Zusammenhänge besser zu verstehen und Boden für nachhaltige Veränderung zu schaffen. Erst dann kann Neues wachsen.
Nach intensiven Therapiestunden kann man erschöpft sein; planen Sie daher ausreichend freie Zeit nach der Sitzung ein. Eine regelmäßige und pünktliche Einhaltung der Termine durch Sie ist ebenfalls eine Voraussetzung für gute Zusammenarbeit.
Wie läuft eine Psychotherapie ab?
Nach einer Kontaktaufnahme durch Sie vereinbaren wir ein orientierendes Gespräch. Wir sprechen dabei über Ihr Anliegen, Entwicklungsumstände Ihrer Belastungen, Ihre derzeitige Lebenssituation sowie Fragen Ihrerseits. Ziel des Gesprächs soll sein, herauszufinden, ob eine ambulante Psychotherapie für Sie die geeignete Behandlungsform darstellt. Zudem erhalten Sie Informationen über den therapeutischen Prozess, die Kosten und andere praktische Details. Ein solches Detail würde zum Beispiel sein, dass ich Sie bitte, Ihre Schuhe auszuziehen, da ich mir ausgerechnet einen weißen Teppich zugelegt habe…
Anschließend finden ca. fünf sogenannte probatorische Sitzungen statt, die dem weiteren Kennenlernen, aber auch der Diagnostik und genaueren Einschätzung Ihrer Belastung dienen. Spätestens bei diesen Gesprächen sollten Sie darauf achten, wie sich unser Kontakt entwickelt. Wenn Sie und ich anschließend zu der Auffassung gelangen, dass die von mir angebotene Psychotherapie Sie in Ihrer Entwicklung unterstützen kann, veranschlagen wir eine ungefähre benötigte Sitzungszahl und stellen, sollten Sie privat versichert sein, den Antrag bei Ihrer Krankenkasse. Die Gespräche finden in der Regel wöchentlich statt und dauern 50 Minuten. Gegen Ende der Therapie reduzieren wir die Sitzungen schrittweise, um die erreichten Erfolge zu festigen. Am Schluss steht ein klar definiertes Ende der Therapie, zu dem sich bestenfalls mehr Lösungskompetenz und Optimismus für die eigenständige Bewältigung Ihrer individuellen Herausforderungen eingestellt haben werden.
Wie viel kostet eine Psychotherapie?
In der Regel kostet eine psychotherapeutische Sitzung 134,07 Euro. Dieser Betrag richtet sich nach den neuen Abrechnungsempfehlungen (Ziffern 870 & 801a) der Gebührenordnung für Psychotherapeut:innen. Auf Wunsch kann die Therapie selbst bezahlt werden.
Wenn Sie privat versichert sind, ist die Art Ihres Vertrags entscheidend. Bitte kontaktieren Sie vorab Ihre Krankenkasse, ob und in welchem Umfang diese die Behandlungskosten einer Psychotherapie übernimmt (Wieviele Sitzungen werden maximal erstattet? Bezieht sich diese Angabe auf ein Kalenderjahr? Ist bereits für eine Kurzzeittherapie von 12 oder 24 Sitzungen ein Antrag oder sogar ein Gutachter:innenverfahren erforderlich?). Wenn Sie bereits zuvor psychotherapeutische Sitzungen in Anspruch genommen haben, kann dies die Erstattung beeinflussen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass Sie mit Betreten der Praxis eine Geschäftsbeziehung eingehen (auch, wenn letztlich keine Psychotherapie zustande kommt) und nicht erstattete Sitzungen privat gezahlt werden müssen. Ich möchte Sie auch darauf hinweisen, dass die Beihilfe in manchen Fällen ein geringeres Honorar als beihilfefähig anerkennt.
Da ich derzeit keinen Kassensitz habe, kann ich nicht über gesetzliche Krankenkassen abrechnen. Ich nehme nicht am Kostenerstattungsverfahren teil.
Worüber rede ich in einer Sitzung?
Sie können in der Sitzung alles besprechen, was Ihnen wichtig ist. Wenn Sie das Bedürfnis haben, etwas mitzuteilen, fühlen Sie sich frei, dies zu tun. Thema der Sitzung wird meist das dringlichste Anliegen sein; also das, was Sie am meisten beschäftigt. Konflikte mit sich oder anderen, Sorgen, Ängste, freudige Ereignisse, Erfolge, wichtige Entscheidungen oder auch Reste und Nachwirkungen der letzten Therapiesitzung. Üblicherweise gibt es in der Verhaltenstherapie ein Thema, das über mehrere Stunden hinweg verfolgt wird. Sprechen Sie Wichtiges dennoch an; auch, wenn man sich gemeinsam darauf einigt, es zu einem anderen Zeitpunkt wieder aufzugreifen.
Eine Therapiesitzung ist wie ein erweitertes Selbstgespräch: Alle Themen dürfen auf den Tisch. Sie bleiben selbstverständlich vertraulich, da erst ein geschützter Austausch hilfreiches Zusammenarbeiten möglich macht. Natürlich treten bei einer derartigen Offenheit unsere ungeliebten Seiten und Gefühle zutage. Sie zu teilen, kostet Überwindung. Im Laufe der Therapie werden Sie aber feststellen, dass viele der Dinge, für die man früher erlernte negative Bewertungen in sich trägt, eigentlich ganz in Ordnung sind.
Wie lange dauert eine Psychotherapie?
Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist diese Frage sehr individuell zu beantworten. Die Dauer einer Psychotherapie hängt von Ihren Therapiezielen, der Schwere Ihrer Belastungen, aber auch Ihren Lebensumständen sowie Ihrer Bereitschaft ab. Für eine Kurzzeittherapie dürfen Sie mit 10 bis 24 Sitzungen rechnen, eine Langzeittherapie umfasst bis zu 80 Sitzungen. Kurzzeittherapien fokussieren auf wenige, klar umgrenzte Themen, Langzeittherapien auf umfassendere Anliegen. Flexible Anpassungen der Sitzungszahl sind im Prozess möglich, um Ihren sich verändernden Bedürfnissen gerecht zu werden.
Was kann ich tun, wenn alle Therapieplätze belegt sind?
Die Versorgungslage in der Psychotherapie bleibt leider weiterhin angespannt. Es kann leichter sein, einen Therapieplatz in der Privatpraxis zu bekommen. Nutzen Sie gern diese Auflistung aller alternativen Privatpraxen für Psychotherapie in Thüringen.
Sollten Sie gesetzlich versichert sein, konfigurieren Sie hier eine Liste aller Psychologischen Psychotherapeut:innen mit Kassensitz um Ihren Wohnort herum. Wenn Sie es irgendwie möglich machen können, erweitern Sie den Radius auf das Umland außerhalb Jenas.
Falls Sie trotz meiner Praxisauslastung ein unverbindliches Erstgespräch wünschen, um zu klären, ob eine ambulante Psychotherapie für Sie die richtige Behandlungsform ist, biete ich hierfür kurzfristigere Termine an. Anschließend kann ich Sie auf Wunsch in meine Warteliste aufnehmen.
Im Krisenfall finden Sie hier geeignete Anlaufstellen.